Die Selbsthilfegruppe Switch ist ...
... eine Gruppe von und für Trans*Menschen aller Geschlechter. Manche von uns bezeichnen sich als non-binär oder legen sich nicht oder noch nicht fest, an welcher Stelle des Geschlechterspektrums sie sich positionieren.
Wir treffen uns seit 2004.
... eine Gruppe, die sich gegenseitig hilft, Fragen beantwortet, Vorschläge macht, Tipps gibt
... auch für die Teilnahme von Angehörigen, Freundinnen und Freunden offen, meistens als Begleitperson.

Ein vielleicht nur in Deutschland noch neuer Begriff:
Geschlechtsinkongruenz
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Begriff transsexualism Mitte 2018 mit Herausgabe des ICD-11 ersetzt und die damit verbundene Diagnoseziffer aus dem Bereich der psychischen Störungen gestrichen.
Die neue Bezeichnung gender incongruence (Geschlechtsinkongruenz) ist nicht mehr im Bereich der psychischen Störungen, sondern im neuen Bereich 17 Conditions related to sexual health als Ziffer HA60 eingeordnet, bzw. HA61 bei Kindern. Die WHO erläutert ihre Motivation zur Umbenennung und Neueinordnung im folgenden Video "WHO: Revision of ICD-11 (gender incongruence/transgender) – questions and answers (Q&A)" (auf englisch).
ICD-11 in Deutschland
Ein Trauerspiel in unzähligen Jahren
Die WHO hat die oben beschriebene grundsätzliche Abkehr von der Sicht auf Transgender*Personen als psychisch Gestörte (Diagnose F64.0 nach ICD-10) hin zu einer dem Stand der Wissenschaft angemessenen Einstufung im Jahr 2018 veröffentlicht, 2019 verabschiedet und zum 1.1.2022 in Kraft gesetzt.
Zuständig für die Umsetzung im deutschen Gesundheitssystem ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Dieses schreibt auf seiner Website (Stand 12/2025):
"Die Einführung der ICD-11 in Deutschland zur Morbiditätskodierung [= Kodierung von medizinischen Diagnosen, die Red.] wird aufgrund der hohen Integration der ICD im deutschen Gesundheitswesen und der damit verbundenen Komplexität noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen und kann auch die für die Mortalitätskodierung angedachte flexible Übergangszeit überschreiten."
Die von der WHO vorgesehene Übergangszeit beträgt 5 Jahre. Ob die 2,5 Jahre zwischen Verabschiedung und Inkrafttreten dazugerechnet werden sollten ist ohne Belang. Das Bundesamt sieht diese Frist in jedem Fall als Mindestdauer an, während der sich Transgender*Menschen in Deutschland weiterhin als psychisch gestört diagnostizieren lassen müssen.
Immerhin hat man es bereits vor Jahren zu einem deutschen Entwurf des ICD-11 gebracht. Aus diesem geben wir hier die Ziffern HA60 und 61 wieder. Das BfArM weist darauf hin, dass die Übersetzung zunächst mit Übersetzungssoftware erzeugt und noch nicht an allen Stellen überarbeitet worden ist.
HA60 Geschlechtsinkongruenz in der Jugend oder im Erwachsenenalter
Die Geschlechtsinkongruenz im Jugend- und Erwachsenenalter ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte und anhaltende Inkongruenz zwischen dem empfundenen Geschlecht einer Person und dem zugewiesenen Geschlecht, die oft zu dem Wunsch nach einer "Transition" führt, um als eine Person des erlebten Geschlechts zu leben und akzeptiert zu werden, und zwar durch eine Hormonbehandlung, einen chirurgischen Eingriff oder andere Gesundheitsdienstleistungen, um den Körper der Person so weit wie möglich und gewünscht an das erlebte Geschlecht anzupassen. Die Diagnose kann nicht vor dem Einsetzen der Pubertät gestellt werden. Geschlechtsvariante Verhaltensweisen und Vorlieben allein sind keine Grundlage für die Zuweisung der Diagnose.
HA61 Geschlechtsinkongruenz im Kindesalter
Geschlechtsinkongruenz im Kindesalter ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Inkongruenz zwischen dem empfundenen/ausgedrückten Geschlecht eines Individuums und dem zugewiesenen Geschlecht bei präpubertären Kindern. Sie umfasst den starken Wunsch, ein anderes als das zugewiesene Geschlecht zu sein; eine starke Abneigung des Kindes gegenüber seiner sexuellen Anatomie oder den erwarteten sekundären Geschlechtsmerkmalen und/oder ein starkes Verlangen nach den primären und/oder erwarteten sekundären Geschlechtsmerkmalen, die dem erlebten Geschlecht entsprechen; und Phantasiespiele, Spielzeug, Spiele oder Aktivitäten und Spielkameraden, die typisch für das erlebte Geschlecht und nicht für das zugewiesene Geschlecht sind. Die Inkongruenz muss etwa 2 Jahre lang bestanden haben. Geschlechtsvariante Verhaltensweisen und Vorlieben allein sind keine Grundlage für die Zuweisung der Diagnose.
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